Biotopkartierung Hansestadt Lübeck

Fortschreibung der Biotopkartierung der Hansestadt Lübeck

geoGLIS ist Teil einer interdisziplinären Bietergemeinschaft, die mit der flächendeckenden Fortschreibung der Biotopkartierung der Hansestadt Lübeck (BKHL) beauftragt wurde. Grundlage der Bearbeitung bildet die bestehende Biotopkartierung aus dem Jahr 2016, die im Rahmen des laufenden Projekts umfassend aktualisiert, vereinheitlicht und an die aktuellen fachlichen und technischen Standards des Landes Schleswig-Holstein angepasst wird.

Ziel des Projekts ist es, eine belastbare, aktuelle Datenbasis für Naturschutz, Planung, Monitoring sowie für gesetzliche Berichts- und Nachweispflichten zu schaffen. Die Bearbeitung erfolgt koordiniert über ein zentrales Projekt- und Digitalisierungsbüro und vereint fachliche Kartierung, GIS-Digitalisierung und Qualitätssicherung.

Leistungsinhalte im Überblick

Das Leistungsbild umfasst ein breites Spektrum an fachlichen und technischen Arbeiten. Dazu gehören unter anderem:

  • die flächendeckende Vor-Ort-Kartierung der Nicht-Siedlungsflächen innerhalb der BKHL-Kartierkulisse,
  • die luftbild- und kartengestützte Erfassung der Biotoptypen in Siedlungsflächen,
  • die vollständige Neuerfassung der Geo- und Sachdaten gesetzlich geschützter Biotope gemäß § 30 BNatSchG in Verbindung mit § 21 LNatSchG sowie der FFH-Lebensraumtypen,
  • die Kartierung, Abgrenzung und Typisierung der Biotope nach der jeweils aktuellen Kartieranleitung Schleswig-Holstein und den Vorgaben des Landesamtes für Umwelt (LfU),
  • die Bewertung des Erhaltungsgrades (EHG) der FFH-Lebensraumtypen,
  • die Anlage und vollständige Befüllung standardisierter Biotopbögen für sämtliche Wertbiotope,
  • die fachliche Harmonisierung von Übergängen zwischen BKHL- und BKSH-Kulissen sowie die Auflösung artifizieller Biotopabgrenzungen.

Ergänzend erfolgt die GIS-gestützte Digitalisierung aller Geometrien nach den Digitalisierungsstandards des LfU, die eindeutige Verknüpfung von Geo- und Sachdaten sowie die Pflege der Daten im Fachdatensystem gl-forest. Umfangreiche Topologie- und Qualitätsprüfungen sowie die Bearbeitung von Korrekturen durch den Auftraggeber sind integraler Bestandteil des Projekts.

Projektorganisation und Zusammenarbeit

Die Bearbeitung erfolgt in einer Bietergemeinschaft mit klar definierter Aufgabenverteilung. Die Projektkoordination und digitale Umsetzung liegen beim bevollmächtigten Vertreter der Bietergemeinschaft. Die fachliche Kartierung wird durch mehrere spezialisierte Fachbüros mit ausgewiesener Expertise in der Biotop- und FFH-Kartierung Norddeutschlands durchgeführt. Zur Unterstützung, insbesondere im Siedlungsbereich, wird zusätzlich eine luftbildgestützte Interpretation eingesetzt.

Gebietsspezifische Bearbeitungsschwerpunkte

Ein Schwerpunkt liegt auf der Vor-Ort-Kartierung der Nicht-Siedlungsflächen mit flächendeckenden Geländebegehungen in offenen Landschaftsräumen. Dabei werden insbesondere Grünlandbiotope, Waldflächen, Gewässer sowie Übergangsbereiche untersucht. Besondere Aufmerksamkeit gilt potenziellen Neuvorkommen gesetzlich geschützter Biotope, etwa infolge geänderter Kartierkriterien wie bei Flachland-Mähwiesen.

In den Siedlungsflächen erfolgt eine differenzierte luftbild- und kartengestützte Kartierung unter Nutzung hochauflösender Luftbilder sowie von ALKIS-, ATKIS- und Basis-DLM-Daten. Ergänzend fließen Daten aus dem Baumkataster der Hansestadt Lübeck ein. Gesetzlich geschützte Biotope werden identifiziert und für eine nachfolgende Vor-Ort-Überprüfung vorbereitet.

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