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Luftbild von durch Kiesabbau entstandenen Gewässern mit Inseln und Röhrichtzonen
Kiesabbaufolgelandschaft mit Gewässern

Landschaftswandel im Kreis Wesel | Kulturlandschaft über 150 Jahre

Redaktion geoGLIS News 08. Februar 2022
  • Geodatenerfassung

Landschaftswandel im Kreis Wesel: Veränderungen über mehr als 150 Jahre

Der Kreis Wesel in Nordrhein-Westfalen liegt am unteren Niederrhein und am Nordwestrand des Ruhrgebiets – eine Region, die über mehr als hundert Jahre tiefgreifenden landschaftlichen Veränderungen unterworfen war. Natürliche Prozesse und menschliche Eingriffe haben das Landschaftsbild nachhaltig geprägt.

Bereits im Tertiär, einem weit zurückliegenden Erdzeitalter, lagerten sich in diesem Gebiet umfangreiche Ton- und Sandsedimente ab. Im anschließenden Quartär, dem jüngsten geologischen Zeitabschnitt, formte der Rhein durch wiederholte Ablagerungen von Kies und Sand die heute noch erkennbaren Rheinterrassen.

Diese Rohstoffe wurden im Kreis Wesel über Jahrzehnte hinweg großflächig abgebaut. Die dabei entstandenen Eingriffe in die Landschaft wurden teils wieder verfüllt, teils blieben sie bestehen. In vielen Fällen entstanden so Seen und Kleingewässer, die das Landschaftsbild bis heute prägen.

Kulturlandschaftswandel sichtbar und messbar machen

Durch diese Prozesse hat sich die Landschaft im Kreis Wesel grundlegend verändert. Mit der Methode der Kulturlandschaftswandel-Karten lassen sich diese Veränderungen nicht nur visuell darstellen, sondern auch statistisch auswerten. So wird der Wandel der Landschaft über lange Zeiträume nachvollziehbar und vergleichbar.

Das Projekt wird gemeinsam mit dem Kreis Wesel und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) umgesetzt.

Mehrere Zeitscheiben für eine langfristige Analyse

Zunächst wird die aktuelle Zeitscheibe 2020 erfasst. Darauf aufbauend folgt die Zeitscheibe 1980, um die ersten wesentlichen Veränderungen der vergangenen rund 40 Jahre zu analysieren.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden anschließend die historischen Zeitscheiben 1940 und 1870 erarbeitet. So entsteht eine Datengrundlage, mit der sich der Landschaftswandel über mehr als 150 Jahre hinweg systematisch erfassen und auswerten lässt.

Weitere Informationen zu den Projektpartnern finden Sie hier:
https://www.lvr.de
https://www.kreis-wesel.de

Copyright Foto von Julia Koblitz auf Unsplash

Geländemodell mit farbcodierter Höhenvisualisierung und Vergleich zu Schummerungsdarstellung
Digitale Geländemodellierung und Reliefdarstellung

UNESCO-Welterbe Danewerk | Hochauflösendes digitales Geländemodell

Redaktion geoGLIS News 15. Dezember 2021
  • Geodatenmanagement

UNESCO-Welterbe Danewerk: Hochauflösendes digitales Geländemodell für Forschung und Monitoring

Ursprünglich vom Stamm der Danen zur Sicherung der Südgrenze errichtet, liegt das Danewerk als größtes archäologisches Bodendenkmal Nordeuropas heute im Herzen Schleswig-Holsteins. Der monumentale Verteidigungskomplex erstreckt sich über rund 30 Kilometer und reicht – mitsamt Seesperrwerk und Kograben – von Hollingstedt über die bedeutende Wikingerstadt Haithabu bis nach Eckernförde, wo sich der Osterwall befindet.

Die Geschichte des Danewerks ist außergewöhnlich vielschichtig: Sie reicht vom frühen Mittelalter über mehrere Ausbauphasen bis hin zur Wiedernutzung im 17. und 19. Jahrhundert sowie zuletzt im Zweiten Weltkrieg. Die ältesten Bauteile sind bislang nicht eindeutig datiert, sicher belegt ist jedoch ein erster großer Ausbau um 700 n. Chr..

Neben den bis heute sichtbaren Wallanlagen errichteten die Wikinger sogar ein Seesperrwerk in der Schlei in Blockbauweise. Dieses zwang potenzielle Angreifer, vorgegebene Routen zu nutzen, und verschaffte den Verteidigern einen strategischen Vorteil. Durch das Zusammenspiel aus Wallanlagen, Gewässern und Moorgebieten konnte so nicht nur der Raum zwischen Schlei, Eckernförde und Hollingstedt, sondern die gesamte Landenge zwischen Nord- und Ostsee gesichert werden. Rund 80 % der einst ausgebauten Strecke sind bis heute erhalten.

UNESCO-Welterbe und neue Anforderungen

Seit 2018 ist das Danewerk gemeinsam mit Haithabu als UNESCO-Welterbestätte „Archäologischer Grenzkomplex Haithabu und Danewerk“ anerkannt. Mit diesem Status gehen erhöhte Anforderungen an Schutz, Monitoring, Forschung und Pflege einher. Die Befestigungsanlagen werden daher zunehmend mit modernsten Methoden dokumentiert und erforscht, um neue Erkenntnisse zur Nutzung und Entwicklung des Bauwerks zu gewinnen und diese einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen.

Hochauflösendes digitales Geländemodell auf Lidar-Basis

Zur Verbesserung der Kenntnisse über die Topographie der einzelnen Abschnitte beauftragte das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein geoGLIS im November 2021 mit der Erstellung eines aktuellen, hochgenauen und hochaufgelösten digitalen Geländemodells (DGM).

Grundlage hierfür bildeten 3D-Punktwolken aus einer luftgestützten Laserabtastung (Light Detection and Ranging, Lidar bzw. Airborne Laser Scanning, ALS), die im Dezember 2020 für den gesamten Komplex erhoben wurden. Durch die positions-, winkel- und laufzeitabhängige Auswertung der Laserechos bei sehr hohen Abtastraten entsteht ein detailliertes Abbild der Topographie in Form einer Punktwolke.

Da diese Punktwolke zunächst sämtliche erfassten Oberflächen – von Vegetation über Gebäude bis hin zum Boden – enthält, ist für die Ableitung eines Geländemodells eine präzise Klassifizierung und Extraktion der Bodenpunkte erforderlich.

Full-Waveform-Lidar und präzise Klassifizierung

Moderne Lidar-Systeme, wie sie bei der Befliegung des Danewerks eingesetzt wurden, ermöglichen dank Full-Waveform-Technologie die Auswertung von Mehrfachechos. In bewachsenen Bereichen entsprechen die zuerst registrierten Echos beispielsweise Blättern und Astwerk, während das Bodenniveau anhand der jeweils letzten Echos beschrieben werden kann.

Durch diese Methode sowie ergänzende Klassifizierungen – etwa zur Filterung von Gebäuden anhand von Intensität und Struktur – konnte die Punktwolke gezielt auf das Bodenlevel reduziert werden.

Ergebnis: DGM mit 15 × 15 cm Auflösung

Aus ursprünglich rund 450 Millionen 3D-Punkten wurden etwa 195 Millionen Geländepunkte identifiziert. Für den Gesamtbereich von rund 5,4 km² ließ sich daraus ein digitales Geländemodell mit einer räumlichen Auflösung von 15 × 15 cm ableiten.

Ergänzt durch abgeleitete Produkte wie Schummerungen und Höhenschichten stellte geoGLIS die Daten dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein zur Verfügung – inklusive eines vorkonfigurierten Web Map Service (WMS). Damit steht eine leistungsfähige Grundlage für Forschung, Monitoring und Vermittlung des UNESCO-Welterbes zur Verfügung.

Auftraggeber:
Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

UNESCO Welterbe Haithabu-Danewerk

Bildnachweis:
Originale Datengrundlage: Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein © – angepasst durch geoGLIS

Braunkohletagebau mit großem Schaufelradbagger und Abraumhalden
Braunkohletagebau mit Schaufelradbagger

Landschaftswandel im Rheinischen Braunkohlerevier | Historische Kartenanalyse

Redaktion geoGLIS News 11. November 2021
  • Geodatenerfassung

Keine Landschaft in Deutschland hat sich in den letzten einhundert Jahren mehr verändert als das Rheinische Braunkohlerevier. Dieses Gebiet, welches in der Kölner Buch liegt und im Nordwesten durch das Rheinische Schiefergebirge begrenzt wird, wurde durch den industriellen Abbau der Braunkohle maßgeblich umgestaltet.

In diesem Landschaftsgebiet wird deutlich, welches Ausmaß die Industrialisierung hatte und auch heute noch haben kann. Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht und verschwanden für alle Zeit. Diese landschaftliche Umgestaltung statistisch zu erfassen und ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Veränderungen stattgefunden haben, ist das Ziel dieses neuen Projektes.

Beauftragt durch den Landschaftsverband Rheinland, wird das gesamte Braunkohlerevier in drei Zeitscheiben unterteilt. Zunächst wird die heutige Zeitscheibe 2020 erfasst, im Anschluss werden die Karten aus dem Jahr 1940 und schließlich 1870 digitalisiert. Die Methode ist so abgestimmt, dass die Inhalte im Anschluss vergleichbar sind und am Ende ein Kartenwerk entsteht, aus dem deutlich wird, welchen Veränderungen die Kulturlandschaft in diesem Gebiet geprägt haben.

Bereits jetzt können wir uns vage vorstellen, wie groß die Fläche des Hambacher Forst noch um das Jahr 1940 gewesen sein könnte. Nach der digitalen Umsetzung können wir damit statistische Erhebungen anfertigen.

https://www.lvr.de

Copyright Bild von meineresterampe auf Pixabay

Arbeitshilfe für XPlanung mit stilisierter Hintergrundkarte
Arbeitshilfe für XPlanung in Schleswig-Holstein

XPlanung-Arbeitshilfe für Kommunen in Schleswig-Holstein | geoGLIS

Redaktion geoGLIS News 30. September 2021
  • Beratung
  • XPlanung

Die geoGLIS hat im Auftrag des IT Verbund Schleswig-Holstein eine XPlanung-Arbeitshilfe für Kommunen erarbeitet.

XPlanung ist ein Standard-Austauschformat für Bauleitpläne, das Planinhalte nach einem nationalen Standard in vektorieller Form bereitstellt.
Somit ermöglicht XPlanung den verlustfreien Austausch von Bauleitplänen und umfangreiche Auswertungen der Daten.

Gemäß der Landesverordnung zur Anwendung der Standards XPlanung und XBau in Schleswig-Holstein vom 28.06.2021, basierend auf dem Beschluss des IT-Planungsrates vom 05. Oktober 2017 ist XPlanung bis zum Februar 2023 verbindlich in den Kommunen einzuführen.

Vorteile von XPlanung sind unter anderem eine verständliche Beauskunftung des Baurechtes für Bürger:innen und Wirtschaft sowie die Optimierung verwaltungsinterner Arbeitsprozesse.

Die Arbeitshilfe stellt in verständlicher Weise die Rahmenbedingungen und technische Hinweise zu XPlanung dar und gibt eine konkrete Empfehlung für ein kommunales Pflichtenheft.

Der ITV.SH stellt die Arbeitshilfe zum Download bereitgestellt.

Kleingewässer mit Röhricht, Ufergehölzen und herbstlicher Laubfärbung
Naturnahes Kleingewässer mit Ufervegetation

Erweiterung der Biotopkartierung Schleswig-Holstein | Kleingewässer digital erfassen

Redaktion geoGLIS News 29. September 2021
  • Geodatenerfassung

Für die landesweite Biotopkartierung Schleswig-Holstein von 2014-2019 hat die geoGLIS im Rahmen der Koordinierung der digitalen Datenerfassung[nbsp] über 350.000 Biotope digital aufgenommen. Während der Projektlaufzeit kamen weitere Kartierungen aus zahlreichen Datenquellen dazu, um einen Gesamtdatensatz mit über 550.000 Flächen und noch einmal so vielen Linien zu bilden.

Im Rahmen eines neuen Auftrages des Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek werden nun über 44.000 Kleingewässer aus dem Landwirtschaftlichen Flächenkataster für Schleswig-Holstein und Hamburg sowie die nicht beihilfefähigen Flächen überprüft.

Ziel ist es, die bisher noch fehlenden Klein- und Stillgewässer in den Datensatz der Biotopkartierung zu integrieren. Im Gegensatz zur Biotopkartierung handelt es sich in diesem Fall nicht um eine Geländekartierung, sondern um eine reine Luftbildauswertung mit einer zusätzlichen Einbeziehung weiterer Daten wie z.B. des Digitalen Geländemodels.

Die Auswertung der Orthofotos hat im August 2021 begonnen und dauert bis zur Abgabe im November.

 

Copyright Bild von Jason auf Pixabay

  1. XPlanung in Schleswig-Holstein | Vortrag bei der Digitalen Woche Kiel 2021
  2. Wiedereröffnung „Schweizer Haus“ im Naturpark Märkische Schweiz
  3. geoGLIS in der KOMMBOX | ATKIS-Kartendienst onmaps im Fokus
  4. Zentrale Hochwasser-Risikodaten | WebMapService für Planung und Vorsorge

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geoGLIS
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Marienthaler Straße 7
24340 Eckernförde

Tel: +49 (0)4351-754 91 0
E-Mail: service@geoglis.de

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