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Muschelfischereifahrzeug auf offener See mit Fanggeschirr und Möwen
Muschelfischerei auf See – Fischereifahrzeug im Einsatz

Digitale Auswertung der Miesmuschelfischerei | GIS-Analyse im Wattenmeer

Redaktion geoGLIS News 26. Juli 2019
  • Geodatenmanagement

Digitale Auswertung der Miesmuschelfischerei im Nationalpark Wattenmeer

Die Miesmuschelfischerei in Schleswig-Holstein wird seit 2017 auf Grundlage eines speziellen Programms durchgeführt, das dem Schutz des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer dient und zugleich die fischereirechtlichen Zulassungen regelt. Ziel ist eine nachhaltige Bewirtschaftung der Muschelressourcen unter Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen Vorgaben.

Ein zentrales Element dieses Programms ist die Einführung sogenannter Black-Boxes, die auf den Miesmuschelkuttern mitgeführt werden. Diese Systeme erfassen präzise zeitliche und räumliche Einsatzdaten der Schiffe sowie deren fischereitechnische Aktivitäten.

Datenbasis aus mehreren Jahren

Die Nationalparkverwaltung im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) stellt hierfür die über die Black-Boxes erfassten Daten aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 zur Verfügung. Diese umfangreichen Datensätze bilden die Grundlage für weiterführende Auswertungen und Kontrollen.

Automatisierte Datenaufbereitung und GIS-Analyse

geoGLIS bereitet die Daten aus dem Black-Box-System der Miesmuschelkutter automatisiert auf. Über speziell entwickelte Routinen und Skripte werden die Daten importiert, strukturiert und für die kartografische Darstellung sowie fachliche Auswertung nutzbar gemacht.

Die Auswertungen ermöglichen unter anderem Aussagen zu Ausfallzeiten, zur Befischung ausschließlich freigegebener Gebiete sowie zur Einhaltung der naturschutzrechtlichen Anforderungen. Als technische Werkzeuge kommen ArcGIS Desktop sowie weitere Hilfsprogramme für Dateitransfer- und ETL-Prozesse zum Einsatz.

Kontrolle und nachhaltige Bewirtschaftung

Ziel des Projekts ist es, dem Auftraggeber ein praxisnahes und dauerhaft einsetzbares Werkzeug zur Verfügung zu stellen. Damit wird eine kontinuierliche Überprüfung des Programms zur Bewirtschaftung der Muschelressourcen im Nationalpark „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ gemäß § 40 Landesfischereigesetz (LFischG) ermöglicht.

Die digitale Auswertung der Black-Box-Daten leistet somit einen wichtigen Beitrag zu Transparenz, Kontrolle und nachhaltigem Ressourcenschutz im sensiblen Ökosystem des Wattenmeeres.

Copyright

Foto von Paul Einerhand auf Unsplash

Übersichtskarte zum Ökosystemmonitoring mit Untersuchungsgebiet, Luftbilddarstellung und Lageplan
Ökosystemmonitoring – Untersuchungsgebiet und räumliche Einordnung

Ökosystem-Monitoring

Redaktion geoGLIS News 08. Mai 2019
  • Kartierung

Ökosystem-Monitoring in Schleswig-Holstein: Biodiversität systematisch erfassen

Seit 2018 ist geoGLIS gemeinsam mit erfahrenen Biologinnen und Biologen in Schleswig-Holstein an der Kartierung und digitalen Erfassung von Ökosystemdaten beteiligt. Auf bis zu 120 Stichprobenflächen im Land werden im Rahmen des bundesweiten Ökosystem-Monitorings Biotope erfasst und die zugehörigen Sachdatenattribute digital dokumentiert.

Die Arbeiten leisten einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Beobachtung und Bewertung der biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein.

Bundesweites Monitoring der biologischen Vielfalt

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat im Jahr 2016 auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie ein bundesweites Ökosystem-Monitoring gestartet. Ziel dieses Programms ist es, die Biodiversität in Deutschland systematisch zu dokumentieren und ihre Entwicklung über wiederholte Geländeerhebungen nachvollziehbar zu machen.

Auf dieser Basis lassen sich fundierte Aussagen zur Entwicklung der biologischen Vielfalt treffen – insbesondere vor dem Hintergrund von Landnutzungswandel, zunehmendem Nutzungsdruck, der Intensivierung der Landwirtschaft sowie den Auswirkungen des Klimawandels.

Einheitliche Methodik als Grundlage vergleichbarer Daten

Für das bundesweite Monitoring wurde ein einheitlicher Kartierschlüssel entwickelt, der alle Biotop- und Nutzungstypen abbildet. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, Daten aus allen Bundesländern bundesweit vergleichbar auszuwerten.

Die bislang landesspezifischen Kartierschlüssel mussten hierfür umgeschlüsselt und in eine bundesweit gültige Systematik überführt werden. geoGLIS unterstützt diesen Prozess durch die digitale Umsetzung, Datenaufbereitung und Qualitätssicherung der erfassten Informationen.

Das Ökosystem-Monitoring schafft damit eine belastbare Grundlage für Naturschutz, Forschung und politische Entscheidungsprozesse – sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.

Thematische Karte zur Bewertung Kulturlandschaftsfunktionen
Fachkarte zur Kulturlandschaftsbewertung

Kulturlandschaften

Redaktion geoGLIS News 02. April 2019
  • Geodatenerfassung

Kulturlandschaft im Wandel: Historische Kartenanalyse für Schleswig-Holstein

Wie haben sich Landschaften, Siedlungen und Nutzungsformen im Laufe der Jahrhunderte verändert? Dieser Frage widmete sich geoGLIS in einem Pilotprojekt für das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein. Untersucht wurde der Kulturlandschaftswandel in den Landschaftsräumen Eiderstedt sowie Schwansen mit Schlei und Haithabu-Danewerk.

Grundlage der Analyse bildete die detaillierte Auswertung und der Vergleich topografischer Karten unterschiedlicher historischer Zeitstände. Ziel war es, landschaftliche Entwicklungen sichtbar zu machen und in einer einheitlichen, digitalen Form darzustellen.

Von historischen Karten zur digitalen Datenbasis

Für das Projekt wurden zahlreiche Kartenwerke systematisch digitalisiert – von der Varendorfschen Karte über die Preußische Landesaufnahme bis hin zu aktuellen topografischen Karten. Sämtliche punktuellen, linearen und flächenhaften Landschaftselemente wurden erfasst, klassifiziert und in eine einheitliche Datenstruktur überführt.

Durch diese aufwändige Aufbereitung entstand eine umfangreiche Datenbasis, die historische Zustände direkt miteinander vergleichbar macht und den Wandel der Kulturlandschaft nachvollziehbar dokumentiert.

Vielfältige Auswertungsmöglichkeiten

Die erstellten Datensätze ermöglichen differenzierte Auswertungen, unter anderem zum Siedlungs- und Landnutzungswandel, zur infrastrukturellen Entwicklung sowie zu maritimen Prozessen und wasserbautechnischen Maßnahmen. Damit liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung und Landschaftsforschung.

Weitere Informationen zu unseren Kulturlandschaftswandel-Karten finden Sie auf der themenspezifischen Webseite: landschaftswandelkarten.de

HNV-Karte von Helgoland auf Luftbildbasis mit Darstellung naturnaher Landschaftsstrukturen
igh-Nature-Value-Kartierung auf Helgoland als fachliche Umweltkarte

HNVplus - High-Nature-Value-Farmland -Kataster 2019-2021

Redaktion geoGLIS News 20. März 2019
  • Kartierung
  • Geodatenerfassung

High Nature Value Farmland: Langjährige HNV-Kartierung in Schleswig-Holstein

Der High Nature Value Farmland Indicator (HNV) ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Förderpolitik (ELER). Als verpflichtender Baseline-Indikator im Rahmen des „EU Common Monitoring and Evaluation Framework for the Rural Development Programmes“ dient er der Evaluierung der Programme zur Entwicklung des Ländlichen Raums.

Ziel des HNV-Indikators ist es, die Entwicklung der biologischen Vielfalt in landwirtschaftlich genutzten Landschaften sichtbar und vergleichbar zu machen. Die Ermittlung erfolgt bundesweit auf definierten Stichprobenflächen, die regelmäßig kartiert und ausgewertet werden.

 

HNV-Kartierung in Schleswig-Holstein

geoGLIS ist bereits seit 2011 mit der Erfassung der HNV-Elemente auf den Stichprobenflächen in Schleswig-Holstein betraut. Aufbauend auf dieser langjährigen Erfahrung wurde geoGLIS aktuell mit der Folgekartierung für den Zeitraum 2019 bis 2021 beauftragt.

Im Rahmen der Geländearbeit werden die vorhandenen Biotope systematisch aufgenommen und ihre Veränderungen gegenüber früheren Kartierungen dokumentiert. So lassen sich Trends in der Entwicklung von Lebensräumen und Artenvielfalt zuverlässig nachvollziehen.

 

Von der Geländeerfassung zur bundesweiten Auswertung

Nach Abschluss der Kartierung im Gelände werden die erhobenen Daten in ein Geo-Informationssystem (GIS) übertragen und an die bundesweit zuständige Stelle zur Ermittlung des HNV-Indikators übermittelt. Damit fließen die Ergebnisse aus Schleswig-Holstein direkt in die bundesweite Bewertung ein.

Zusätzlich werden in Schleswig-Holstein flächendeckend sämtliche Biotoptypen auf den Stichprobenflächen erfasst. Die gesetzlich geschützten Biotope werden dabei ergänzend in eine Access-Datenbank eingegeben und qualitätsgesichert dokumentiert.

Mit dieser umfassenden Datengrundlage leistet geoGLIS einen wichtigen Beitrag zur Bewertung der biologischen Vielfalt und zur Weiterentwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft in Schleswig-Holstein.

Überflutete Auenlandschaft mit Weidenbäumen als Beispiel für natürlichen Hochwasserrückhalt
Hochwassersituation in einer naturnahen Fluss- und Auenlandschaft

Hochwasser-Risikomanagement

Redaktion geoGLIS News 09. Februar 2019
  • onmaps

Hochwassergefahren transparent darstellen: WebMapService als Planungsgrundlage

Die Europäische Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-RL) verpflichtet die Bundesländer dazu, Informationen über die zu erwartende räumliche Ausbreitung von Hochwassergefahren zu veröffentlichen. Dabei werden unterschiedliche Hochwasserszenarien betrachtet, um Risiken frühzeitig sichtbar und bewertbar zu machen.

geoGLIS unterstützt diesen Prozess, indem die relevanten Daten zusammengeführt, aufbereitet und digital bereitgestellt werden.

Hochwasserinformationen als WebMapService

Die Hochwassergefahrenkarten werden von geoGLIS in einem WebMapService (WMS) bereitgestellt. Dadurch lassen sich die Informationen einfach in bestehende GIS-Systeme, Webanwendungen oder Planungsprozesse integrieren und aktuell halten.

In Kombination mit den gesetzlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten entsteht so eine belastbare Planungsgrundlage für Standorte in Gewässernähe. Risiken können frühzeitig erkannt und in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Mehr Sicherheit für Planung und Vorsorge

Die digitale Bereitstellung der Hochwassergefahreninformationen unterstützt Behörden, Planerinnen und Planer sowie weitere Akteure dabei, Hochwasserrisiken besser einzuschätzen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Die dargestellten Abbildungen basieren auf Daten des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW, 2019) sowie auf Geodaten von GeoBasis-DE / BKG / ZSHH (2019), bereitgestellt über onmaps.de.

 

Copyright  Bild:

 Bild von Ulrike Mai auf Pixabay

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24340 Eckernförde

Tel: +49 (0)4351-754 91 0
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